Shortlist Deutscher Lesepreis 2018: „Wortstark in Lehrte“ ist nominiert
46 Projekte und Personen in fünf Kategorien umfasst die Shortlist des Deutschen Lesepreises 2018. Ausgewählt wurden sie aus rund 200 Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet, die Preisträger werden am 21. November im Berliner Humboldt Carré offiziell gekürt.
In der Kategorie "Herausragendes Kommunales Engagement in der Leseförderung" ist die Stadt Lehrte mit ihren pädagogischen Umsetzungen in den elf kommunalen Kindertagestätten nominiert. Bei diesem Projekt handelt es sich um Inhalte aus der Qualifizierungsmaßnahme "Wortstark in Lehrte", die in aufeinander aufbauenden Modulen, Fachwissen vermittelt, praktische Übungen anbietet und diese durch eigens geschaffene Praxiskoordinationsstellen begleitet.
Seit vielen Jahren setzt die Stadt Lehrte die alltagsintegrierte Sprach- und Leseförderung in den Mittelpunkt ihrer pädagogischen Arbeit. Dabei wird entschieden der Weg eingeschlagen eine Waage herzustellen zwischen Gruppen- und Individualpädagogik. Das einzelne Kind im Blick zu haben und ihm individuelle Bildungsmöglichkeiten und Selbstbildungsoptionen anzubieten ist das langfristige Ziel des Fachdienstes Jugend und Soziales. Durch konkret beschriebene Qualitätsbausteine wie zum Beispiel "Zugang und Umgang mit Büchern" wird eine dauerhafte und konzeptionelle Arbeitshaltung und Arbeitsweise in den Kindertagesstätten verankert. Guter Zugang und Umgang mit Büchern und ergänzenden Materialien aus dem Bereich Literacy sind in den Lehrter Kindertagesstätten selbstverständlich. Die Kitas werden als geeigneten Ort gesehen, um mit der Förderung des Leseinteresses und der Liebe zum Buch anzufangen. Hier kommen die Jüngsten unserer Gesellschaft zusammen aus vielen Kulturen, Sprachen und sozialen Schichten und haben beständig Möglichkeiten Bücher und Wortvielfalt schätzen zu lernen.
Hintergründe zum Deutschen Lesepreis
Der mit insgesamt 25.000 Euro dotierte Deutsche Lesepreis ist eine gemeinsame Initiative von Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung und wird seit 2013 für vorbildhaftes Engagement in der Leseförderung verliehen. Unterstützt werden die Initiatoren von FRÖBEL e.V., der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, der Arnulf Betzold GmbH, der Fachgemeinschaft buch.netz im Bundesverband E-Commerce und Versandbuchhandel e.V., der MELO Group GmbH & Co. KG und der Stiftung Kinder fördern – Zukunft stiften. Die Auszeichnung steht unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters.
Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen: "Lesen ist der Ausgangspunkt für ein aktives und selbstbestimmtes Leben. Wer schon in jungen Jahren Geschichten entdeckt und Bücher in den Alltag integriert hat, profitiert in vielerlei Hinsicht: persönlich, beruflich und im sozialen Miteinander. Wir freuen uns sehr, dass die Leseförderung in Deutschland von vielen Händen getragen wird und außerordentlich ideenreich ist. Mit den Nominierten des Deutschen Lesepreises 2018 präsentieren wir herausragende Projekte, die das Lesen wirkungsvoll in den Mittelpunkt rücken und somit Begeisterung für Geschichten wecken."
Astrid Kießling-Taskin, Vorstand der Commerzbank-Stiftung, betont: "Lesen fördert Kreativität und erlaubt uns den berühmten Blick über den Tellerrand. Aber immer noch sind 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland funktionale Analphabeten. Hier darf das Engagement nicht nachlassen. Mit prominenter Unterstützung können wir noch mehr Menschen erreichen."
Lesekompetenz ist die entscheidende Grundlage für den Bildungserfolg und den weiteren Lebensweg von Kindern und Jugendlichen. Allerdings zeigen PISA-, IGLU- und die Vorlesestudien der Stiftung Lesen sowie OECD-Berichte für die Lesekompetenz von Kindern in Deutschland seit Jahren große Defizite auf: Rund drei Millionen Kinder und Jugendliche sind lesebenachteiligt, da ihnen kaum oder wenig vorgelesen wird und sie in der Folge nur über eine (sehr) schwache Lesekompetenz verfügen. Darüber hinaus sind rund 7,5 Millionen Erwachsene hierzulande laut LEO-Studie 2011 funktionale Analphabeten. Für eine funktionierende Gesellschaft bedarf es jedoch der Lesekompetenz all ihrer Mitglieder. Daher ist Leseförderung unabdingbar: überregional ebenso wie vor Ort. Flächendeckend lässt sich dies jedoch nur mit einem breiten gesellschaftlichen und individuellen Engagement umsetzen.