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Tech-Abos im Check: Umweltfreundlich oder nur geschicktes Marketing?

Sie zahlen monatlich, nutzen das neueste iPhone 15 Pro – und nach zwei Jahren schicken Sie es einfach zurück. Klingt verlockend, oder? Abo-Modelle für Smartphones boomen, versprechen Flexibilität und Nachhaltigkeit. Doch halten sie wirklich, was sie versprechen? Und was steckt hinter dem Hype um „grüne“ Tech-Mietkonzepte? Immer mehr Verbraucher:innen fragen sich, ob solche Angebote wirklich ökologisch sinnvoll sind oder nur cleveres Marketing. Statt mehrere hundert oder tausend Euro zu investieren, mieten Sie das iPhone 15  für 45 Euro im Monat. Inklusive Versicherung, Updates und – je nach Anbieter – sogar einem Nachhaltigkeitsversprechen. 

Das Prinzip erinnert an Autoleasing: Sie nutzen das Gerät, der Anbieter bleibt Eigentümer. Nach 24 Monaten tauschen Sie es gegen ein neueres Modell oder kaufen es vergünstigt. Hersteller wie Apple betonen, dass zurückgegebene Geräte aufbereitet und wiederverkauft werden. Das iPhone 15 Pro mit seiner Titan-Optik soll besonders langlebig sein und Recycling erleichtern. Doch Kritiker fragen: Wie viele Geräte landen wirklich im zweiten Lebenszyklus – und wie viele im Schredder?

Wie die Umweltbilanz wirklich aussieht

Ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Bei seriösen Anbietern wie Grover oder Apple selbst durchlaufen zurückgegebene iPhones strenge Tests. Defekte Bauteile werden ersetzt, Akkus erneuert, Displays getauscht und Gehäuse poliert. Ein Großteil dieser Geräte findet tatsächlich den Weg zurück in den Refurbished-Markt. Aber eben nicht alle. Einige werden ausgeschlachtet oder exportiert – häufig in Länder, in denen Umweltstandards kaum kontrolliert werden. Dort landen die Geräte auf Deponien oder in zweifelhaften Recyclinganlagen. „Klimaneutrales Abo“ – solche Slogans klingen gut, doch in vielen Fällen wird lediglich in CO₂-Zertifikate investiert, statt wirklich nachhaltige Prozesse umzusetzen. Auch die Transportwege – oftmals per Flugzeug – konterkarieren den grünen Anspruch. 

Problematisch ist zudem die Konsummentalität: Wer alle zwei Jahre ein neues Gerät leased, verbraucht mehr Ressourcen als jemand, der sein Smartphone vier bis fünf Jahre nutzt. Studien belegen, dass die Umweltbelastung eines iPhones erst nach etwa drei Jahren Nutzung ausgeglichen ist. Das iPhone Upgrade Program von Apple selbst bietet jährlichen Geräteaustausch an, wirbt jedoch gleichzeitig mit Nachhaltigkeit. Ein Widerspruch, den kritische Konsumenten hinterfragen sollten.

Für wen sich das Abo-Modell wirklich lohnt

Tech-Abos sind nicht grundsätzlich schlecht – aber sie passen nicht zu jedem. Wenn Sie zu den Menschen gehören, die immer das neueste Modell wollen (wie das iPhone 15 mit seiner Action-Mode-Kamera), sparen Sie sich hohe Anschaffungskosten und bleiben technisch auf dem neuesten Stand. Auch für Selbstständige, die ihre Geräte steuerlich absetzen können, lohnt sich das Modell. Doch Achtung: Die monatliche Rate wirkt oft niedrig, summiert sich aber über die Laufzeit. Ein 45-Euro-Abo fürs iPhone 15 Pro kostet nach 24 Monaten 1.080 Euro – neu liegt es aktuell bei etwa 1.199 Euro. Sind 120 Euro Ersparnis es wert, auf Eigentum zu verzichten?

Auch Reparaturen sind nicht immer kostenlos: Zwar sind Versicherungen oft dabei, aber Kleinschäden können Gebühren verursachen. Wer sein Smartphone besitzt, pflegt es meist sorgfältiger. Ein Kratzer im Titan-Rahmen fällt beim Leasing kaum ins Gewicht, ist für die Umwelt aber dennoch Ressourcenverschwendung. Am Ende bleibt die Frage: Sind Tech-Abos wirklich ein Beitrag zur Nachhaltigkeit – oder nur ein weiterer Weg, Konsum zu fördern?

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