Region Hannover

Gedenkstätte Ahlem: Vortragsveranstaltung im Regionshaus

Annette Weinke referiert am 6. März über die Rehabilitation der Justiz nach 1945

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Trotz massiver Mitwirkung am NS-Terror gelang der Mehrheit der deutschen Juristen nach 1945 ein reibungsloser Neuanfang. Der Vortrag von Prof. Annette Weinke am Donnerstag, 6. März, im Haus der Region Hannover, Hildesheimer Straße 18 in Hannover, fragt danach, warum viele belastete Juristen eine „zweite Chance“ erhielten und setzt sich außerdem mit den Folgen für die deutsche Erinnerungskultur 80 Jahre nach Kriegsende auseinander. Die Veranstaltung der Gedenkstätte Ahlem unter dem Titel „Zwischen Selbstentlastung und Skandalisierung: Juristen nach 1945“ beginnt um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

Ein prominentes Beispiel aus Weinkes Vortrag ist der Fall von Hans Fiebinger. Ihm sei „schweres Unrecht angetan worden“, doch sei er nicht bereit, „schwerste Ehrverletzungen im Namen der Meinungsfreiheit hinzunehmen“. Mit diesem Rundumschlag gegen seine Kritiker kündigte Hans Filbinger, baden-württembergischer Ministerpräsident, im August 1978 seinen Rücktritt an. Die Affäre um den früheren Marinerichter Filbinger zählte zu den größten Justizskandalen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die vom Schriftsteller Rolf Hochhuth geprägte Bezeichnung des „furchtbaren Juristen“ wurde zum geflügelten Wort und zum Symbol für unbestrafte nationalsozialistische (Justiz-)Verbrechen.

 

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