Burgdorf

Ausstellungsreihe „Unsere Stadt – unsere Geschichte“ geht inj die 2. Runde

"Von der Reformation bis zum Wiener Kongress"

[BURGDORF]

„Unsere Stadt – unsere Geschichte“ lautet der Titel einer dreiteiligen Ausstellungsreihe, deren zweiter Teil „Von der Reformation bis zum Wiener Kongress“ vom Sonntag, 9. März 2025, bis zum Sonntag, 27. April, in der KulturWerkStadt, Poststraße 2 in Burgdorf, zu sehen ist. Für die Zusammenstellung sind Christel Hoffmann-Pilgrim, Anke Gehrke, Erika Flocke, Lukas Ruser, Heidi Rust und Silvia Schwentke verantwortlich. Judith Rohde vom Arbeitskreis 9. November gibt in einem Gastbeitrag Einblicke in das jüdische Leben in Burgdorf.

Als Gastgeber treten der VVV, der Förderverein Stadtmuseum und die Stadt Burgdorf auf. Fördernde Unterstützung leisteten die Region Hannover und die Stadtsparkasse Burgdorf. Die Schau öffnet sonntags von 14 bis 17 Uhr. Die Eröffnung findet am Sonnabend, 8. März, um 11 Uhr statt. Nach Grußworten von Bürgermeister Armin Pollehn gibt es eine Einführung in den zeitgeschichtlichen Hintergrund durch Alfred Baxmann. Musikalische Zwischeneinlagen kommen von Dr. Matthias Schorr (Violine) und Michael Schalamov (Violine). Zu der Ausstellung ist ein Führer (Schutzgebühr: 5 Euro) in der KulturWerkStadt und bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2 in Burgdorf, erhältlich.

Der 2. Teil der Ausstellung stellt die wichtigsten Etappen der Entwicklung Burgdorfs von der Reformation bis zum Wiener Kongress vor. Nach einer Neuaufteilung des welfischen Besitzes am 25. Mai 1428 gehörte Burgdorf zum Fürstentum Lüneburg. Herzog Otto von der Heide ließ die Stadt 1433 zu einem durch Wall und Graben erkennbaren städtischen Gebilde ausbauen.

Einführung der Reformation in Burgdorf

Kriegerische Handlungen im Rahmen der großen Hildesheimer Stiftsfehde (1517-1523) führten am 10. Juni 1519 zur völligen Zerstörung Burgdorfs durch Brandschatzung. In der in kleinen Schritten wiederaufgebauten Stadt sorgte Ludolf Müller, damaliger Pastor der St. Pankratius-Kirche, im Jahr 1526 für die Einführung der Reformation. Neun Jahr zuvor hatte Martin Luther seine 95 Thesen in Wittenberg verkündet. 1527 ordnete der lüneburgische Herzog Ernst der Bekenner die Einführung der Reformation in seinem gesamten Fürstentum an.

30-jähriger Krieg

Von den Wirren des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) blieb Burgdorf zunächst verschont. Erst in den 30er Jahren war auch die Stadt betroffen, als es 1632 vor den Toren zu einem verheerenden Gefecht zwischen kaiserlichen und lüneburgischen Truppen kam. Nachdem sich die geschlagenen Lüneburger in die Stadt zurückzogen, drangen die siegreichen Gegner durch ein Stadttor ein und steckten Burgdorf plündernd in Brand. Diese sich schnell ausbreitende Feuersbrunst führte dazu, dass die Stadt zum Teil ebenso wie das Schloss bis auf die Grundmauern niederbrannte.

1641 nahmen kaiserliche Truppen ein weiteres Mal Burgdorf ein. Nur die Zahlung einer höheren Geldsumme verhinderte eine erneute Brandschatzung. Ein Jahr später begann der von Herzog Friedrich IV. von Lüneburg initiierte Wiederaufbau des 1632 ebenfalls zerstörten Burgdorfer Schlosses. Nach dem Kriegsende setzte auch der Wiederaufbau der Stadt sein.

Neue Landesherrscher

Nach dem Tod des in Celle residierenden Lüneburger Herzogs Georg Wilhelm im Jahre 1705 fiel sein Fürstentum und damit auch Burgdorf entsprechend eines Erbvertrags an den inzwischen zum Kurfürsten aufgestiegenen Georg Ludwig von Hannover, der 1714 als König Georg I. zudem die britische Königswürde erwarb.

Burgdorf unter französischer Herrschaft

Anfang des 19. Jahrhunderts blieb auch Burgdorf von den Auswirkungen der Napoleonischen Kriege nicht unberührt. Sie hatten dazu geführt, dass große Teile des Deutschen Reiches unter französischer Herrschaft standen. Als es 1803 zur Besetzung Burgdorfs durch französische Truppen kam, resultierten daraus enorme Belastungen für die Bevölkerung, die sich über elf Jahre hinzogen. Ein besonders desaströses Jahr erlebten die Burgdorfer 1809, als ein großer Stadtbrand große Teile der Stadt zerstörte.

Von 1810 bis 1813 gehörte Burgdorf dem von Napoleons Bruder Jérôme beherrschten Königreich Westphalen an. Die Stadt war während dieser „westphälischen Zeit“ Teil des Departements Aller mit der Hauptstadt Celle. Danach gehörte sie wieder zum Kurfürstentum Hannover.

Wiener Kongress führt zu stabiler Friedenszeit

1815 beschloss der Wiener Kongress, den Deutschen Bund als Zusammenschluss der „souveränen Fürsten und freien Städte Deutschlands“ zu gründen. Dabei fiel auch die Entscheidung, das Kurfürstentum Hannover zum Königreich Hannover zu erheben. Somit gehörte auch Burgdorf zum neuen Königreich. Bis zur Auflösung des Deutschen Bundes im Jahr 1866 blieben die politischen Verhältnisse in Burgdorf unverändert.

Neben dem geschichtlichen Überblick richtet die Ausstellung den Fokus auf die Burgdorfer Kultur-, Kirchen-, Schul- und Sozialgeschichte seit der Reformation bis zu der durch Wiener Kongress hervorgerufenen Neuordnung Europas im 1815. Zudem erfolgt eine Einordnung in die europäischen zeitgeschichtlichen Zusammenhänge. Informative Schlaglichter auf die standesabhängigen Essgewohnheiten, Mode- und Bekleidungsgebräuche sowie Wohnverhältnisse runden das Ausstellungsspektrum ab. Überdies gibt es Ausblicke in die zukünftige Entwicklung nach der Zäsur von 1815, bei denen es u.a. um die Gründung des Kaiserreiches im Jahr 1871, die Schulentwicklung und die Burgdorfer Konservenfabrik als Symbol des neu angebrochenen Industriezeitalters geht.

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